Auswirkungen auf den Klimawandel in Portfolios berücksichtigen: Rahmenwerke und CO₂-Kennzahlen

Rund um die UN-Klimakonferenz COP26 wird das Thema Klimawandel noch stärker in den Fokus von Finanzmarktteilnehmern rücken. Wir möchten einen Einblick geben, wie Klimawandel in Investments gemessen und berücksichtigt werden kann.

Mara Schneider
SRI Manager

Für Investorinnen und Investoren gibt es verschiedene Rahmenwerke, anhand derer sie das Thema Klima in ihren Anlagestrategien berücksichtigen können.

Rahmenwerke
  • Ökologische Kennzahlen – z. B. der CO₂ -Fußabdruck und die CO₂-Intensität, die wir in unserem letzten Artikel zu diesem Thema aufgegriffen haben.
  • Taskforce for Climate-related Financial Disclosure (TCFD): Transitionsrisiken (Klimapolitik, Technologie, Verbraucherverhalten), physische Risiken (Extremwetterereignisse, sukzessiver Klimawandel), Chancen (Ressourcen-Effizienz, erneuerbare Energien)
  • EU-Taxonomie – genauer gesagt die ersten beiden Umweltziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel. Hier werden technische Vorgaben für sieben Wirtschaftssektoren mit den größten Anteilen an den gesamten Treibhausgasemissionen (zukünftig prozentual als „Taxonomy-aligned“ Umsatz ausgewiesen) definiert: Agriculture & forestry, Manufacturing, Electricity, gas, steam and air conditioning supply, Water, sewerage, waste and remediation, Transport, Information and communication technologies (ICT), Building

Diese Rahmenwerke bieten verschiedene Perspektiven und einen ganzheitlichen Blick auf das Thema Klimawandel, führen aber auch zu einer Vielzahl neuer Datenpunkte. Asset Manager sind mehr und mehr gefordert, den Überblick über Daten und Regulatorik zu wahren und die Überzeugungen ihrer Kundinnen und Kunden sinnvoll im Portfolio zu berücksichtigen.

Stichwort Dekarbonisierung: Wie lässt sich CO₂ im Portfolio messen?

Eine hohe Transparenz über die Emission von Treibhausgasen bei Unternehmen ist unabdingbar, damit der Finanzsektor einen hinreichenden Beitrag zur Erreichung des Zwei-Grad-Ziels leisten kann. Doch welche Kennzahlen gibt es und wie lassen sie sich unterscheiden? Ein kurzer Überblick:

  • Der CO₂-Fußabdruck bildet Treibhausgasemissionen von Unternehmen in Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent ab. Er lässt sich in 3 Kategorien klassifizieren:
    Scope 1 (direkte Treibhausgasemissionen)
    Scope 2 (indirekte Emissionen durch eingekaufte Energie) und
    Scope 3 (alle weiteren Emissionen aus externen Quellen, die mit dem Betrieb eines Unternehmens verbunden sind).
  • Die gewichtete durchschnittliche CO₂-Intensität hingegen zielt nicht auf den absoluten Ausstoß in Tonnen ab, sondern darauf, wie effizient Energie genutzt wird und ermöglicht eine Vergleichbarkeit über verschiedene Assetklassen hinweg. Hier wird der Wert des CO₂-Äquivalents durch den Umsatz dividiert. Anschließend wird dieser Wert mit der Gewichtung im Portfolio multipliziert.

LinkedIn-Artikel zu den Rahmenwerken

LinkedIn-Artikel zu CO₂-Kennzahlen