Ein Bär im Bullenmarkt – konnte das im Jahr 2025 funktionieren?

Trotz zweistelliger globaler Aktienrenditen im Jahr 2025 waren die Märkte von abrupten Richtungswechseln, einer engen Marktführerschaft und zunehmender geopolitischer Unsicherheit geprägt. Lesen Sie, wie sich eine defensive Low-Volatility-Aktienstrategie in einem Bullenmarkt behaupten kann – und warum risikobewusstes Investieren auch künftig von zentraler Bedeutung bleibt.

Marek Siwicki,
Executive Director

In Kürze

  • Auch Bullenmärkte können volatil sein: Starke Renditen schließen Rückschläge nicht aus.

  • MinRisk bleibt investiert: Geringere Volatilität bedeutet nicht Ausstieg aus Aktien.

  • Diversifikation schafft Stabilität: Breitere Marktführerschaft belohnt ausgewogene Portfolios.

Auf den ersten Blick schien 2025 ein einfaches Jahr für Aktienanleger zu sein. Globale Aktien erzielten starke Renditen, wobei der MSCI AC World Index einen Anstieg von 20% in lokalen Renditen und rund 8 % in EUR verzeichnete. Die Risikobereitschaft blieb hoch, innovationsgetriebene Wachstumsthemen dominierten die Schlagzeilen und die Aktienmärkte erwiesen sich trotz eines turbulenten geopolitischen Umfelds als widerstandsfähig.

Unter der Oberfläche verlief die Entwicklung jedoch alles andere als reibungslos. Im Laufe des Jahres kam es mehrfach zu Volatilitätsschüben, die Marktführerschaft war über lange Strecken sehr eng, und die Marktstimmung änderte sich rasch, sobald makroökonomische und politische Risiken in den Fokus rückten oder wieder in den Hintergrund traten. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Wie hat sich eine defensivere Low-Volatility-Strategie in einem so starken Aktienmarkt geschlagen – und welche Rolle kann sie künftig spielen?

Low-Volatility-Aktien – was ist damit gemeint?

Eine defensive Low-Volatility-Strategie, wie Quoniams Global AC MinRisk, konzentriert sich im Risikomanagement auf die absolute Volatilität einzelner Aktien. Das Ziel besteht darin, ein diversifiziertes globales Aktienportfolio aufzubauen, dessen Volatilität etwa 25 % unter der des Marktindex liegt– bei gleichzeitig vollständiger Investition in Aktien.

Die Philosophie ist einfach, aber wirkungsvoll:

  • Erfassung der langfristigen Aktienrisikoprämie
  • Spürbarer Schutz in Marktabschwüngen sowie Akzeptanz, dass bei starken, von Momentum getriebenen Rallyes möglicherweise Aufwärtspotenziale geringer ausfallen
  • Erzielung eines über die Zeit hinweg gleichmäßigeren Renditeprofils

Entscheidend ist, dass diese risikobewusste Portfoliokonstruktion bei Quoniam mit aktiven Alpha-Treibern kombiniert wird, um die Renditen zu steigern, ohne den defensiven Charakter der Strategie zu beeinträchtigen. Mit Blick auf das Jahr 2025 erzielte der MSCI ACWI Minimum Volatility eine Rendite von -2,4 % in EUR und konnte nicht am Marktanstieg partizipieren, während die Quoniam MinRisk-Strategie 90 % der Wertentwicklung des globalen Aktienmarktes erreichte. Dies bestätigt den Mehrwert bei der Aktienauswahl attraktive fundamentale und technische Kriterien zu berücksichtigen bei gleichzeitiger Beibehaltung eines insgesamt defensiven Portfolios.

Marktdynamik im Jahr 2025 – ein Jahr der Kontraste
1. Quartal: Ein Realitätsschock

Das Jahr begann mit einer defensiven Haltung der Märkte. Erneute Sorgen über US-Handelszölle und deren Auswirkungen auf das globale Wachstum führten zu einem deutlichen Rückgang, wobei globale Aktien im ersten Quartal um 7,5 % fielen.

In dieser Phase kamen die defensiven Eigenschaften der Quoniam Global AC MinRisk-Strategie deutlich zum Tragen. Die Strategie begrenzte die Verluste auf nur -5,1 % und erfasste damit nur etwa zwei Drittel des Marktrückgangs. Genau diese Verlustreduktion ist einer der wesentlichen Vorteile einer MinRisk-Allokation.

2. und 3. Quartal: Enge Marktführerschaft, starkes Momentum

Die Märkte erholten sich im zweiten und dritten Quartal stark. Diese Erholung war jedoch stark konzentriert und wurde vor allem von KI-bezogenen Titeln und anderen High-Beta-Wachstumswerten getragen. Zur Einordnung: Die „Magnificent 7“ legten in diesem Zeitraum um rund 40 % zu. Bis zum Ende des dritten Quartals legten globale Aktien um 10,6 % zu, während die MinRisk-Strategie 7,9 % erzielte und damit rund 75 % des Aufschwungs mitnahm.

Diese relative Underperformance ist typisch für Marktphasen, in denen die Renditen von einer kleinen Gruppe volatiler Aktien getrieben werden. Wichtig ist, dass die Strategie diszipliniert blieb, übermäßige Allokation in solchen Risikoclustern vermied und gleichzeitig Diversifizierung und Risikokontrolle aufrechterhielt.

4. Quartal: Eine breitere Rallye zeichnet sich ab

Das Schlussquartal erwies sich als besonders interessant. Die Märkte setzten ihren Aufwärtstrend fort und erzielten im Quartal ein Plus von 3,5 %, doch die Marktführerschaft wurde deutlich breiter. Die Renditen wurden zunehmend von einer größeren Anzahl von Sektoren und Unternehmen mit starken Fundamentaldaten und stabileren Ertragsprofilen getrieben.

In diesem Umfeld übertraf die Quoniam Global AC MinRisk-Strategie den Markt mit einer Rendite von 4,5 %. Dies unterstreicht eine oft unterschätzte Eigenschaft von MinRisk-Strategien: Sie dienen nicht nur als Absicherung in Abschwungphasen, sondern können auch voll am Markt teilhaben und manchmal sogar eine Outperformance erzielen, wenn die Märkte Diversifizierung und Qualität belohnen.

Das Ergebnis – geringeres Risiko, höhere Effizienz

Über das Gesamtjahr erzielte die Quoniam Global AC MinRisk-Strategie eine Rendite leicht unterhalb des MSCI AC World Index – ganz im Einklang mit den Erwartungen in einem Jahr mit zweistelligen Aktiengewinnen (in lokaler Rendite). Entscheidend ist jedoch, dass dies bei deutlich geringerer Volatilität geschah, was zu einer überlegenen risikoadjustierten Rendite führte.

Für Investoren kann dieses gleichmäßigere Renditeprofil ebenso wichtig sein wie die reine Performance. Geringere Drawdowns und niedrigere Volatilität helfen dabei, investiert zu bleiben, effektiver zu rebalancieren und Verhaltensfehler in Stressphasen zu vermeiden.

2026 und darüber hinaus – warum MinRisk relevant bleibt

Die ersten Anzeichen für 2026 deuten auf ein weiteres Jahr hin, in dem Risikomanagement eine wichtige Rolle spielen wird. Fragen zur Zukunft der NATO, erneute geopolitische Spannungen und anhaltende Unsicherheiten aufgrund der politischen Rhetorik der USA deuten allesamt auf ein potenziell volatileres Anlageumfeld hin.

Investoren stehen vor einer Entscheidung: Entweder sie bleiben den Marktschwankungen vollständig ausgesetzt oder sie ergänzen ihre Aktien-Exposure durch eine diversifizierte Allokation, die Rückschläge abfedert, ohne sich komplett von Aktien zu verabschieden.

Eine globale MinRisk-Strategie von Quoniam, die durch einen systematischen, forschungsbasierten Prozess umgesetzt wird, bietet eine überzeugende Lösung. Sie ermöglicht es Investoren, weiterhin in globalen Aktien investiert zu bleiben und zugleich Phasen der Unsicherheit zu meistern – und schützt so Portfolios in schwierigen Marktphasen, ohne langfristige Ziele aus den Augen zu verlieren.


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