Mehr Spielraum für Alpha an konzentrierten globalen Aktienmärkten
Marktkonzentration ist kein neues Phänomen. Sie schränkt jedoch weiterhin die Möglichkeiten traditioneller Long-Only-Manager ein, ihre Aktienideen in aktive Portfoliopositionen zu überführen. Ralf Flad, Head of Equities Portfolio Management, erläutert, wie Quoniams Global-Active-Extension-Strategie mehr Spielraum für Alpha schafft und zugleich ein breites Markt-Exposure beibehält.
In Kürze
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Mehr Spielraum für neue Ideen: Active Extension ermöglicht die Umsetzung neuer Investmentideen, ohne dominante Benchmark-Titel stark unterzugewichten.
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Breitere Risikostreuung: Das aktive Risiko verteilt sich auf Hunderte Positionen statt auf wenige, mit hoher Überzeugung getroffene Entscheidungen.
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Effizienter Zugang: Ein etablierter Ansatz, zugänglich über einen Luxemburger UCITS-Fonds
Globale Aktienindizes hängen zunehmend von einer relativ kleinen Zahl sehr großer Unternehmen ab. Was bedeutet das für aktive Investoren?
Marktkonzentration an sich ist kein neues Thema mehr. Interessanter ist die Frage, was sie in der Praxis für die Portfoliokonstruktion bedeutet.
Für einen traditionellen Long-Only-Manager bilden die größten Indexpositionen einen schwierigen Ausgangspunkt. Wer stärker in Unternehmen aus anderen Bereichen des Marktes investieren möchte, muss in der Regel eine andere Position reduzieren, um diese Ideen zu finanzieren. Dadurch können erhebliche Untergewichtungen gerade bei jenen Unternehmen entstehen, die inzwischen die wichtigsten Treiber der Benchmark-Entwicklung sind.
Der Erfolg des Portfolios hängt dann möglicherweise nicht nur von der Performance der bevorzugten Aktien des Managers ab, sondern auch davon, ob diese Untergewichtungen – die nicht unbedingt Ausdruck einer bewussten Anlageentscheidung sind – die Performance beeinträchtigen. In einem solchen Fall kann die Prognosefähigkeit des Managers durch die Grenzen der Portfoliokonstruktion überlagert werden. Dies kann es erschweren, nennenswerte aktive Erträge zu erzielen, ohne das Risiko auf eine relativ kleine Zahl von Entscheidungen zu konzentrieren.
Wie begegnet der Global-Active-Extension-Ansatz dieser Herausforderung?
Die Active-Extension-Struktur gibt uns mehr Freiheit, unsere Aktienprognosen in Portfoliopositionen zu übersetzen. Ergänzend zum globalen Aktien-Kernportfolio können wir negative Einschätzungen über eine Short-Komponente von bis zu 50 Prozent abbilden. Die dadurch entstehende zusätzliche Kapazität können wir nutzen, um stärker in Unternehmen mit attraktiven Renditeaussichten zu investieren.
Eine neue Anlageidee muss somit nicht immer durch die Reduzierung einer großen Benchmark-Position finanziert werden. Wir können ein breites Engagement in den für den globalen Markt maßgeblichen Unternehmen beibehalten und zugleich zusätzliche Alpha-Chancen in einem wesentlich größeren Anlageuniversum nutzen. In stark konzentrierten Märkten haben viele Aktien im Index ein noch geringeres Gewicht als unter normalen Marktbedingungen. Der Active-Extension-Ansatz ermöglicht es uns, eine negative Einschätzung eines Unternehmens in einem solchen Umfeld wirksamer umzusetzen.
Obwohl die Erweiterung des Long-Only-Portfolios den aktiven Anteil gegenüber der Benchmark erhöht, bleibt das Portfolio jederzeit betaneutral gegenüber der Benchmark.
Vereinfacht gesagt schafft Active Extension mehr Spielraum für die Aktienauswahl. Sowohl positive als auch negative Prognosen können zum Portfolioergebnis beitragen, statt einen Teil der gewonnenen Anlageerkenntnisse ungenutzt zu lassen.
Bedeutet die größere Anlagefreiheit zugleich ein wesentlich höheres Risiko?
Nicht in dem Sinne, dass wir einfach größere Positionen eingehen. Die Erweiterung soll das Anlageuniversum vergrößern und nicht zu einem konzentrierten Portfolio führen.
Unser Investmentprozess kombiniert zahlreiche Einzelpositionen, die jeweils nur einen relativ kleinen Beitrag zum Gesamtergebnis leisten. Das Global-Active-Extension-Portfolio wird voraussichtlich rund 700 bis 900 Aktien umfassen. Das aktive Risiko kann somit auf eine große Zahl von Anlageideen verteilt werden, anstatt von einer Handvoll High-Conviction-Positionen dominiert zu werden.
Gleichzeitig bleibt die Portfoliokonstruktion benchmarkorientiert. Wir beurteilen die erwarteten Renditen gemeinsam mit den jeweiligen Risiken, der Liquidität, den Transaktionskosten und den praktischen Anforderungen an die Umsetzung. Ziel ist es, zusätzliches Alpha anzustreben und zugleich die Risikoeigenschaften beizubehalten, die Anleger von einer breit diversifizierten globalen Aktienanlage erwarten.
Warum eignet sich ein systematischer Investmentprozess besonders gut für eine Active-Extension-Strategie?
Ein größeres Anlageuniversum bietet nur dann einen Mehrwert, wenn es sich konsistent analysieren lässt. Unser systematischer Prozess ermöglicht es uns, Tausende von Unternehmen mit demselben disziplinierten Rahmen zu untersuchen und Anlagechancen über Länder, Sektoren und Branchen hinweg miteinander zu vergleichen.
Diese Breite ist entscheidend. Wir versuchen nicht, zehn oder zwanzig Unternehmen zu identifizieren, von denen der gesamte Investmenterfolg abhängt. Stattdessen wollen wir eine Vielzahl moderater, aber attraktiver Prognosen auf Einzeltitelebene in einem diversifizierten Portfolio kombinieren.
Active Extension ermöglicht es uns außerdem, unsere Research-Erkenntnisse umfassender zu nutzen. In einem konventionellen Long-Only-Portfolio führt eine negative Einschätzung möglicherweise lediglich dazu, dass wir eine Aktie nicht halten. Im Active-Extension-Ansatz kann eine solche Erkenntnis einen aktiven Beitrag zum Portfolio leisten. Dadurch steigt die Zahl der Prognosen, die potenziell Mehrwert schaffen können, ohne dass sich der Charakter der Allokation grundsätzlich verändert.
Wie wird die Erweiterung innerhalb der Strategie umgesetzt?
Wir setzen Derivate ein, konkret portfoliobasierte Swaps, um die Active-Extension-Komponente abzubilden. Dadurch können wir die zusätzlichen Positionen effizient umsetzen. Zugleich soll die operative und regulatorische Komplexität reduziert werden, die mit physischen Leerverkäufen verbunden wäre.
Für Anleger sollte die interne Funktionsweise jedoch nicht den Blick auf das Investmentergebnis verstellen. Das Kernportfolio bietet ein breites Exposure am globalen Aktienmarkt, während die Erweiterung zusätzliche Kapazitäten für die aktive Aktienauswahl schafft. Beide Elemente wirken innerhalb einer integrierten und risikokontrollierten Strategie zusammen.
Der neue Luxemburger SICAV-UCITS-Fonds Quoniam Global Equities macht diesen Ansatz in einer vertrauten institutionellen Fondsstruktur zugänglich. Anleger erhalten Zugang zu einem innovativen Anlagekonzept, ohne selbst die operative Infrastruktur aufbauen zu müssen, die für die direkte Verwaltung solcher Positionen normalerweise erforderlich wäre.
Welche Erfahrung bringt Quoniam bei dieser Art der Kapitalanlage mit?
Die Global-Active-Extension-Strategie ist zwar neu, Active Extension ist für Quoniam jedoch kein Neuland. Wir verwalten mehr als zwei Milliarden Euro in europäischen Active-Extension-Strategien und verfügen über mehr als 15 Jahre Erfahrung mit vergleichbaren Ansätzen.
Unser Portfoliomanagement-Team wurde zudem für die europäische Strategie drei Jahre in Folge als „Bester Fondsmanager“ ausgezeichnet.* Erfahrung bemisst sich jedoch nicht allein an der Laufzeit einer Strategie oder den erhaltenen Auszeichnungen. Sie umfasst ebenso die Kompetenzen in Research, Portfoliokonstruktion, Risikomanagement und Umsetzung, die erforderlich sind, um eine Active-Extension-Strategie im täglichen Geschäft erfolgreich zu steuern.
Die neue globale Strategie überträgt diese etablierte Expertise auf ein erheblich größeres Anlageuniversum.
Welche Rolle könnte Global Active Extension im Portfolio eines Anlegers übernehmen?
Wir betrachten die Strategie als mögliche globale Aktien-Kernanlage für Investoren, die ein höheres Alpha-Potenzial anstreben und zugleich ein diversifiziertes Engagement an den weltweiten Aktienmärkten beibehalten möchten.
Anleger müssen sich nicht zwangsläufig zwischen einer Beteiligung an den Unternehmen, die die Benchmark dominieren, und der Suche nach Renditechancen in anderen Marktsegmenten entscheiden. Durch zusätzliche Kapazitäten für die aktive Aktienauswahl ist Global Active Extension darauf ausgelegt, beides miteinander zu verbinden: ein breites Markt-Exposure und die Nutzung eines wesentlich größeren Spektrums an Investmentideen.
Darin liegt für uns der zentrale Gedanke der Strategie – und der Grund, warum Active Extension gerade im heutigen globalen Aktienmarkt besonders relevant ist.
* Auszeichnung durch das Handelsblatt Research Institute.