Sandra Brosch verbindet Investmentexpertise mit Kundendialog
Nach vielen Jahren im quantitativen Portfoliomanagement bringt Sandra Brosch ihre Investmentexpertise nun direkt in den Dialog mit institutionellen Investoren ein. Im Interview spricht sie darüber, wie fundiertes Portfoliowissen die Zusammenarbeit verbessert, warum systematische Prozesse gerade in anspruchsvollen Marktphasen Orientierung geben und welche Rolle Daten und KI künftig spielen.
In Kürze
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Investmentexpertise trifft Kundennähe: Portfoliomanagement-Erfahrung stärkt den Dialog mit institutionellen Investoren.
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Disziplin statt Bauchgefühl: Systematische Prozesse ermöglichen objektive und nachvollziehbare Entscheidungen.
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Daten und KI werden zum Standard: Entscheidend sind relevante Signale und eine schlüssige ökonomische Logik.
Nach vielen Jahren als Fondsmanagerin: Warum hast du dich für den Wechsel ins Client-Relations-Team entschieden?
Für mich ist das der nächste, konsequente Schritt in meiner beruflichen Entwicklung. Nach vielen Jahren im quantitativen Portfoliomanagement kenne ich den „Maschinenraum“ systematischer Strategien bis ins kleinste Detail. Was mich fasziniert, ist die Übersetzung: Institutionelle Investoren suchen heute nicht mehr nur nach fertigen Bausteinen, sondern nach echten Sparringspartnern für ihre komplexen Allokationsanforderungen und regulatorischen Vorgaben. Im Client-Relations-Team kann ich genau diese Brücke schlagen – und fundierte Fachkompetenz auf Augenhöhe mit den Bedürfnissen der Kunden verbinden.
Performance ist die Eintrittskarte, aber der entscheidende Unterschied liegt in der Qualität der Zusammenarbeit.
Sandra Brosch
Client Relations D-A-CH
Wie verändert die eigene Erfahrung im Portfoliomanagement den Dialog mit institutionellen Investoren?
Der Austausch gewinnt dadurch an fachlicher Tiefe. Wer selbst Portfolios gesteuert hat, kennt die täglichen Herausforderungen, spezifischen Restriktionen und Entscheidungsprozesse auf der Anlegerseite aus eigener Erfahrung. Das verändert den Dialog spürbar: Fachliche Details lassen sich schneller einordnen, komplexe Zusammenhänge direkter auf den Punkt bringen und man spricht von Anfang an dieselbe Sprache.
Was hat dich persönlich davon überzeugt, dass systematisches Investieren funktioniert?
Die Emotionen aus dem Prozess zu verbannen. Märkte sind in Stressphasen oft von kognitiven Verzerrungen und kurzfristiger Hysterie geprägt. Ein disziplinierter, datenbasierter Ansatz zwingt einen dazu, genau dann Objektivität zu bewahren, wenn das Marktumfeld am unübersichtlichsten ist. Wer systematisch investiert, verlässt sich nicht auf das „Prinzip Hoffnung“, sondern auf wiederholbare, wissenschaftlich fundierte Renditequellen.
Investoren verzeihen schwierige Marktphasen, aber sie verzeihen keine Unklarheit darüber, warum sich ein Portfolio wie verhält.
Sandra Brosch
Client Relations D-A-CH
Viele verbinden erfolgreiche Investments mit Erfahrung und Bauchgefühl. Warum ist ein systematischer Ansatz heute oft überlegen?
Bauchgefühl ist oft nichts anderes als die Summe persönlicher Erfahrungen – aber es ist fehleranfällig und lässt sich schwer skalieren. In einer immer komplexeren Datenwelt stößt das menschliche Gehirn schlicht an seine Grenzen: Im quantitativen Management lässt sich eine um ein Vielfaches größere Menge an Daten viel schneller und effizienter auswerten, um relevante Signale zu generieren. Ein systematischer Ansatz schließt Erfahrung nicht aus. Er übersetzt sie in klare, überprüfbare und wissenschaftlich fundierte Regeln. Die Überlegenheit liegt in der Disziplin: Ein Modell unterliegt keinen Stimmungsschwankungen und weicht in volatilen Phasen nicht von der Strategie ab.
KI ist ein mächtiges Werkzeug, aber der ökonomische Sinn des Modells muss immer an erster Stelle stehen.
Sandra Brosch
Client Relations D-A-CH
Wenn du auf deine Zeit als Fondsmanagerin zurückblickst: Welche drei Erkenntnisse prägen deine Arbeit bis heute?
- Prozessdisziplin schlägt Intuition: Ein robuster Investmentprozess schützt in Krisenzeiten vor Fehlentscheidungen und liefert langfristig stabile und nachvollziehbare Ergebnisse.
- Transparenz schafft Vertrauen: Investoren verzeihen schwierige Marktphasen, aber sie verzeihen keine Unklarheit darüber, warum sich ein Portfolio wie verhält.
- Systematische Diversifikation ist ein wesentlicher Ertragsbringer: Nachhaltige Outperformance entsteht nicht dadurch, dass man konzentrierte Einzelwetten eingeht, sondern indem man viele kleine, breit diversifizierte Positionen eingeht und Renditequellen systematisch nutzt.
Was wünschen sich institutionelle Investoren heute wirklich von ihrem Asset Manager – jenseits der Performance?
Sie suchen Verlässlichkeit, tiefes Verständnis für ihre regulatorischen Leitplanken und eine reibungslose operative Einbindung. Performance ist die Eintrittskarte, aber der entscheidende Unterschied liegt in der Qualität der Zusammenarbeit: Es geht darum, komplexe quantitative Zusammenhänge klar aufzubereiten und im ständigen Dialog greifbar zu machen. Wie individuell geht der Asset Manager auf spezifische Allokationsanforderungen ein? Wie transparent und leicht verständlich ist das Reporting? Investoren wollen Entlastung und die Gewissheit, dass ihr Mandat in Händen von Experten liegt, die ihre Sprache sprechen.
Welche Rolle werden Daten, KI und systematische Prozesse in den kommenden Jahren spielen?
Sie werden vom Wettbewerbsvorteil zum absoluten Standard. Die Kunst liegt künftig nicht mehr darin, möglichst viele Daten zu sammeln, sondern die richtigen, relevanten Signale aus dem Rauschen herauszufiltern – Stichwort alternative Daten und fortschrittliche Machine-Learning-Modelle. Für uns bei Quoniam bedeutet das, unsere systematischen Ansätze kontinuierlich weiterzuentwickeln, ohne die ökonomische Logik dahinter aus den Augen zu verlieren. KI ist ein mächtiges Werkzeug, aber der ökonomische Sinn des Modells muss immer an erster Stelle stehen.
Wenn du institutionellen Investoren nur einen Rat mitgeben dürftest – welcher wäre das?
Vertrauen Sie auf die Kraft disziplinierter Prozesse und lassen Sie sich in turbulenten Marktphasen nicht vom kurzfristigen Marktlärm anstecken. Langfristige Outperformance ist selten das Ergebnis spektakulärer Einzelentscheidungen, sondern das Resultat konsequenter, systematischer Steuerung im Portfolio.