Buy & Maintain im Anleihebereich: Stabilität durch Systematik
Wie sichern institutionelle Investoren langfristige Verpflichtungen zuverlässig ab? Buy & Maintain-Strategien liefern planbare Cashflows, kombiniert mit einem datengetriebenen Ansatz und erfahrenem Risikomanagement. Im Interview geben Dennis Westwood, CFA und Dr. Harald Henke Einblicke in Prozess, Chancen und Mehrwert für Anleger.
In Kürze
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Planbare Cashflows: Buy & Maintain-Strategien unterstützen institutionelle Investoren bei der Finanzierung langfristiger Verpflichtungen.
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Systematische Auswahl: Ein modellbasierter Ansatz kombiniert Faktoren wie Value, Momentum und Carry zur optimalen Portfoliokonstruktion.
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Risikomanagement mit doppeltem Boden: Automatisierte Überwachungssysteme und erfahrene Portfoliomanager sichern die Qualität der Portfolios.
Buy & Maintain-Strategien im Rentenmarkt sind für viele institutionelle Anleger ein zentrales Instrument, um stabile Erträge zu erwirtschaften und Risiken langfristig zu steuern. Gerade für Investoren mit klar definierten Verpflichtungen – etwa Pensionskassen oder Versorgungswerke – bieten sie ein planbares Ertragsprofil. Quoniam Asset Management kombiniert bei Buy & Maintain einen strengen, wissenschaftlich fundierten Ansatz mit jahrzehntelanger Erfahrung im Portfoliomanagement. Wir haben mit Dennis Westwood (Client Relations) und Dr. Harald Henke (Portfoliomanager) über die Ziele, den Investmentprozess und das Risikomanagement gesprochen.
Warum sind Buy & Maintain Strategien für institutionelle Investoren relevant?
Dennis: Viele unserer Kunden – vor allem Pensionskassen oder Versicherungen – haben langfristige Verpflichtungen gegenüber ihren Begünstigten. Buy & Maintain hilft dabei, diese Zahlungen planbar zu finanzieren. Es geht also nicht um kurzfristige Gewinne, sondern um die Sicherstellung stabiler Cashflows über Jahre hinweg.
Und welche Vorgaben bringen Kunden üblicherweise mit?
Dennis: Typisch sind Ratingrestriktionen, zum Beispiel ein Mindestrating A je Titel und ein Durchschnittsrating A auf Portfolioebene. Solche Regeln sind für die Sicherheit entscheidend. Wir setzen das in der Portfoliokonstruktion konsequent um – und achten zusätzlich darauf, Risiken konservativ zu reduzieren, etwa indem wir nur geringe Abweichungen in der Ratingallokation pro Laufzeit zulassen.
Wie erklärt Ihr institutionellen Anlegern die Vorteile von Buy & Maintain gegenüber einem aktiveren Ansatz?
Dennis: Vor allem durch Einfachheit und Verlässlichkeit. Buy & Maintain reduziert Transaktionskosten, vermeidet unnötiges Markt-Timing und sorgt dafür, dass Investoren sich auf planbare Kuponzahlungen und Endfälligkeiten verlassen können. Dies macht das Portfolio beinahe langweilig – im positiven Sinne – da selbst Marktschwankungen im Zeitverlauf kaum Relevanz für das Portfolio haben. Und wir legen großen Wert auf Transparenz: Jeder Schritt im Anlageprozess ist nachvollziehbar, auch Jahre später.
Harald, wie wählt Ihr konkret Anleihen aus?
Harald: Wir arbeiten mit einem systematischen, wissenschaftlich fundierten Ansatz. Unser Modell bewertet täglich alle relevanten Anleihen nach drei Renditefaktoren: Value (fairer Preis), Momentum (mittelfristige Preistrends) und Carry (laufender Mehrertrag gegenüber dem risikolosen Zins). Diese Faktoren fassen wir zu einem kombinierten Signal zusammen. Gekauft werden nur Anleihen mit hohem Signal, passender Liquidität und angemessenem Risikoprofil.
Das klingt sehr datengetrieben. Welche Rolle spielt dabei Eure Erfahrung als Portfoliomanager?
Harald: Eine große. Der Prozess ist systematisch, aber nicht blind. Wir fungieren als Risiko- und Qualitätsmanager, überwachen die Signale und prüfen Auffälligkeiten. So ergänzen wir den quantitativen Ansatz durch Erfahrung – das ist die Balance zwischen Automatisierung und menschlichem Urteilsvermögen.
Wie stellt Ihr sicher, dass Ausfälle und Downgrades möglichst vermieden werden?
Harald: Ein zentrales Instrument ist unser Downgrade-Prognosemodell. Es berechnet täglich die Wahrscheinlichkeit, dass ein Emittent herabgestuft wird. Insgesamt stellen wir das Portfolio risikobewusst auf, um unnötige Eingriffe zu vermeiden. Bei erhöhtem Risiko greifen wir natürlich trotzdem sofort ein – etwa durch Verkäufe. Gleichzeitig sorgt breite Diversifikation dafür, dass kein Einzeltitel dominiert.
Und welche Rolle spielt die Laufzeitenstruktur?
Harald: Sie ist entscheidend, um Wiederanlagerisiken zu minimieren. Wenn viele Anleihen gleichzeitig fällig werden, müssten Anleger große Summen zu möglicherweise ungünstigen Marktkonditionen neu investieren. Mit einer gezielten Streuung der Laufzeiten stellen wir sicher, dass Rückflüsse planbar und gleichmäßig über die Zeit verteilt sind.
Wie sieht das Risikomanagement im Alltag aus?
Harald: Wir arbeiten zweistufig. Auf der ersten Ebene überwachen automatisierte Systeme rund um die Uhr Kredit-, Markt- und Liquiditätsrisiken. Auf der zweiten Ebene ergänzt das Portfoliomanagement diese Signale um eine fundamentale Einschätzung – zum Beispiel bei Ereignissen wie M&A-Transaktionen oder geopolitischen Schocks. Diese Kombination ist unser „doppelter Boden“ im Risikomanagement.
Ein wichtiges Thema im Markt ist Liquidität. Wie adressieren Sie das?
Harald: Wir nutzen Echtzeitdaten von über 28 Banken, um die Handelbarkeit jeder Anleihe genau einzuschätzen. Zusätzlich haben wir ein erfahrenes Trading-Team, das Transaktionen effizient abwickelt. So können wir Liquiditätsrisiken jederzeit quantifizieren und minimieren.
Dennis, wie nehmen Kunden diese Detailtiefe wahr?
Dennis: Sehr positiv. Unsere Kunden wollen nicht nur Ergebnisse sehen, sondern auch verstehen, wie diese zustande kommen. Wenn wir transparent erklären können, wie Risiken überwacht und gesteuert werden, schafft das Vertrauen – gerade bei langfristigen Partnerschaften.
Abschließend gefragt: Welchen Mehrwert sehen Sie für Investoren im Buy & Maintain-Ansatz?
Dennis: Buy & Maintain bietet institutionellen Anlegern Stabilität und Verlässlichkeit. Es ist eine Strategie, die die Finanzierung langfristiger Verpflichtungen optimal unterstützt.
Harald: Und durch unseren systematischen Ansatz erreichen wir diese Stabilität mit einer hohen Wiederholbarkeit. Historische Ergebnisse lassen sich nachvollziehen, und ähnliche Marktumfelder führen zu vergleichbaren Resultaten. Daher wird Buy & Maintain auch in der Zukunft eine wichtige Rolle im Management von Unternehmensanleihen spielen.
Fazit
Buy & Maintain im Fixed-Income-Bereich ist mehr als nur „kaufen und liegen lassen“. Es ist ein strukturierter, wissenschaftlich fundierter Prozess, der Stabilität, Transparenz und planbare Erträge liefert. Mit einem doppelten Boden im Risikomanagement und einer klaren Fokussierung auf Kundenbedürfnisse bietet Quoniam eine Strategie, die den langfristigen Verpflichtungen institutioneller Investoren gerecht wird – heute und in Zukunft.